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Entwicklung Tischdeko seit den 1950ern bis heute


Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts sind die modischen Erscheinungen einem schnellen Wechsel unterworfen.
Dies schlägt sich auch im Aussehen der Tischdeko zur Hochzeit nieder.

Hält man bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg noch an traditionellen und klassischen Formen und Farben fest, beginnt in den 1950ern ein Wandel und eine Abkehr von Althergebrachtem.

Tischdeko zur Hochzeit und mehr in der Moderne

Hochzeitstischdeko in grüner Umgebung

Moderne Tischdekoration Hochzeitstischdeko in grüner Umgebung


Tischdeko zur Hochzeit in den 50er Jahren

Bisher wurden Hochzeiten nahezu ausschließlich in Weiß gefeiert. Mit Beginn des Rock n' Roll Zeitalters werden aber auch andere Farben Mode. Dabei beschränkt man sich bei der Wahl der Farben nicht alleine auf die Kleider des Brautpares (Blauer Smoking und lindgrünes Brautkleid).

Auch die Farben der Tischdeko zur Hochzeit ändern sich. Sei es das Geschirr mit klaren Linien in Pastelltönen oder die farbigen Gläser und anderen Behälter, die zwar schnörkellos aber dennoch in zeitlosen Formen daherkommen.
Serviettenringe, die früher aus Porzellan oder Metall waren, dürfen jetzt auch gerne mal aus dem in Mode gekommenen Material Plastik gefertigt sein.

Ebenfalls zu dieser Zeit kommen Blumen und Blüten aus Kunststoff oder Nylon in Mode, die ebenfalls Verwendung bei der Tischdeko zur Hochzeit finden. Es bieten sich dadurch völlig neue Kombinationsmöglichkeiten in Hinsicht auf Farben und Formen der Blüten. Dies konnte man bisher allenfalls durch die Verwendung von Seidenblumen, die sich allerdings nicht jeder leisten kann. Die Mode und der Geschmack der Zeit verwischen die Grenzen zwischen Ober- und Mittelschicht, auch bei der Tischdeko zur Hochzeit.

Tischdeko zur Hochzeit in den 60er Jahren

In den 6oer Jahren erlebte die Tischdeko zur Hochzeit einen Höhepunkt in Punkto Farbigkeit.
Bei Leuten, die diese Zeit noch aktiv miterlebt haben erntet man, darauf angesprochen, heute bisweilen nur ein verlegenes Grinsen, ein Kopschütteln und den Satz „Kaum zu glauben, daß uns sowas mal gefallen hat.“
Man mag schon nicht mehr von „schreienden“ Farben sprechen, wie sie in den 80er Jahren Trend werden sollten, sondern eher von „brüllenden“ Farben.

Eine Farbe, die immer wieder in dieser Zeit auftauchen sollte, ist ein besonderes Braun, das irgendwo zwischen Beige, Ocker, Olive und Khaki liegt oder eine Mischung aus all diesen Farben ist.
Die klaren Linien des Art Deko der 50er Jahre lösen sich auf und werden zu den unregelmäßigen, psychedelischen Wellenmustern und konzentrischen Kreisen der Hippiezeit.
Selbst das sogenannte Spießbürgertum bleibt von dieser Entwicklung nicht völlig verschont.

Die Röcke, auch die der Brautkleider, werden kürzer (um 1962 wurde der Minirock erfunden) und ebenso wird die Tischdeko zur Hochzeit spärlicher.
Man verwendet wieder echte Blumen – je größer und auffälliger die Blüten, desto besser.
Die typischen Farbkombinationen dieser Zeit zeigen sich sowohl in den Blumendekorationen, als auch am Porzellan, den Gläsern und anderen Dekoelementen.

Eine typische Hochzeit der 60er Jahre muß man sich wohl wie folgt vorstellen:
Hochzeiten in Schwarz-Weiß gelten als Out und spießig. Daher trägt die Braut ein kurzärmliges Minikleid in Braun mit in weiß abgesetzten Nähten und passendem Gürtel. Dazu weiße Lederstiefel mit hohem Schaft und weiße Handschuhe. Der Schleier entfällt. Die Braut trägt lediglich einen Blumenkranz aus weißen Blüten oder einen schlichten, weißen mit Tüll besetzten Haarreif. Der Brautstraus ist klein und wird von wenigen, kleinen Sonneblumen dominiert.
Der Bräutigam trägt Anzug und Krawatte (kein Smoking oder Frack) in dunklem Braun oder Schwarz.

Ähnlich schlicht fällt die Tischdeko zur Hochzeit aus.
Denken sie an eine braune oder gelbe Tischdecke und ein Kaffeeservice in Gelb oder Braun, jeweils in der Kontrastfarbe zur Tischdecke. Beim Essen bleibt man bei weißen Tellern, jedoch nicht ohne den obligatorischen Rand in den Farben braun, gelb und/oder grün. Die Gläser sind fast durchweg farbig und meist in einem dunklen Grün-, Rot-, oder Blauton gehalten, was es nicht gerade leicht macht zu erkennen, was man gerade trinkt. Auf dem Tisch sind sparsam Kerzenhalter mit einzelnen Kerzen aus glasierter Keramik in Braun oder Gelb angeordnet.

Im Großen und Ganzen schlicht aber dennoch hübsch-häßlich.
Vielleicht drückt die Sparsamkeit in der Ausführung der Tischdeko zur Hochzeit der 60er Jahre auch den Stellenwert der Ehe in dieser Zeit aus.

Tischdeko zur Hochzeit in den 70er Jahren

In den 70er Jahren findet eine Spaltung und Rückbesinnung in Bezug auf Hochzeiten statt.
Während die Einen die Ausstattung der Hochzeit und somit auch die Tischdeko zur Hochzeit den aktuellen Trends anpassen, finden andere zu eher klassischen Formen zurück.

Bei den einen stehen kräftige, unnatürliche Farben im Vordergrund, die anderen lassen das Brautkleid von Oma umnähen. Das läßt sich auch bei der Tischdeko gut beobachten.

Die Tischdecken werden zwar wieder weiß, jedoch verwendet man nun meist glänzende Stoffe.
Große Änderungen findet man allenfalls in der Verwendung von exotischen Motiven und Pflanzen in jeder Form. Bedruckte Stoffe und Blüten wie die der Anthurie (oder auch Flamingoblume, eine typische Trendblume der 70er Jahre), des Hibiskus oder der Strelitzie. Man findet sie als Elemente auf bedruckten Stoffen, als Teil des Brautstraußes und in Blumensträußen als Tischdeko zur Hochzeit. Bei den Farben beschränkt man sich auf weiß bzw. beige, Rot, Rosa oder Blau. Ebenfalls werden gerne auch Glimmer und Flitter zu allen möglichen Zwecken verwendet, was in den späten 90er Jahren nochmals in Mode kommen sollte.

Tischdeko zur Hochzeit in den 80er Jahren

Mit dem Ausklingen der „Glam“-Ära und dem Aufkeimen des „Punk“ und seinem Einfluß auf Musik, Kunst, Gesellschaft und Kultur, finden einige gravierende Änderungen im Denken und im Geschmack der Menschen statt.
Die 80er Jahre werden zu dem Jahrzehnt der Popkultur und mit ihm kommen schrille Klamotten, bunte Farben, wie explodiert aussehende Frisuren und NDW (Neue Deutsche Welle).

Für Stilrichtungen in Bezug auf Hochzeiten bedeutet das, daß sich die Fronten zwischen Traditionalisten und solchen, die jeden Trend mitmachen, verhärten. Während in dem einen Lager einen noch stärkere Rückbesinnung auf die gute, alte, weiße Hochzeit stattfindet, orientiert sich das andere ebenso stark an den immer populärer werdenden Musikvideos und den immer ausgeflippteren Ideen ihrer Idole.

Die 80er Jahre bringen auch die nicht mehr ganz neue Idee der Motto-Party, auch bei Hochzeiten, wieder ins Gespräch. Dies eröffnet natürlich auch bei der Tischdeko zur Hochzeit völlig neue Möglichkeiten.
Prinzipiell darf so gut wie alles verwendet werden. Manche Dinge werden auch kurzerhand zweckentfremdet und als Dekomaterial verwendet.
Üblich ist es beispielsweise, wenn das Paar eine große Gemeinsamkeit hat, wie z.B. den Beruf oder ein Hobby, die Party danach auszurichten und damit auch die Tischdeko zur Hochzeit.
Ein Beispiel wäre hier, wenn beide Brautläute Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr sind.
Dann würde eventuell ein Feuerwehrschlauch Bestandteil der Tischdeko sein.
Oder beide Brautläute haben ein Faible für Schottland. Dann würden mit Sicherheit Stoffe mit schottischen Karomustern Einzug als Servietten halten, usw.

Jedoch auch ohne solche Motto-Hochzeiten geht das Aussehen der Tischdeko zur Hochzeit neue Wege. Vor allem Tüll und Chiffon werden nun in verschiedenen Farben (weiß ist eher selten) als Dekostoffe verwendet. Kleine Bänder und Schleifen ergänzen das Bild.
Die Modeblumen für Brautsträuße, Gestecke und ander Blumendekorationen sind Tulpen und Pfingstrosen.

Tischdeko zur Hochzeit in den 90er Jahren

In den 90er Jahren beginnt ein Aufweichen der Grenzen zwischen Trendsettern und Traditionalisten.
Man bevorzugt jetzt einfache aber stilvolle Dinge sowie stimmige Farben.
Zwar erleben die 60er und 70er Jahre zum Ende des Jahrzehnts ein modisches Comeback (man spricht von „Revival“), doch ist ein klarer Unterschied erkennbar. Zudem schlagen sich diese modischen Erscheinungen mehr im alltäglichen Leben nieder.

Bei der Planung einer Hochzeit besinnt man sich wieder mehr auf die Romantik und damit auch an traditionelles.
Zwar sind Hochzeiten in Weiß noch immer eher selten, jedoch hält man sich in Hinsicht auf Farbe und Design mehr an klassisch-zeitloses, als an Ausgefallenes.

Das macht sich bei der Tischdeko zur Hochzeit insofern bemerkbar, daß man allgemein wieder klare Linien und schlichte aber kontrastreiche Farben bevorzugt. Man fängt an stille und wirkungsvolle Akzente zu setzen, indem man nicht einfach wild kombiniert, sondern von einer Grundfarbe ausgehend, mit wenigen verschiedenen Farben den Augenmerk auf das Wesentliche lenkt. Das geschieht beispielsweise durch ein locker auf dem hellbeigen Tischtuch drapiertes, nur leicht dunkleres Satintuch oder Schalen mit dazu passenden Pastellfarbenen Blüten.
Von der überladen wirkenden Tischdeko früherer Jahrzehnte nimmt man Abstand.

Ebenfalls im aufkommen begriffen ist die Japanische Kunst des Ikebana als Tischdeko zur Hochzeit. Die kleinen, klar strukturierten Kunstwerke fügen sich perfekt in die Designvorstellungen der 90er Jahre ein. Mit diesem Trend fassen die exotisch wirkenden Orchideen endgültig Fuß im europäischen Bild einer Tischdeko zur Hochzeit.

Tischdeko zur Hochzeit ab dem Jahr 2000

Mit Beginn des neuen Jahrtausends setzt sich der in den 90er Jahren begonnene Trend zu Einfachheit und Stil weiter fort. Man beginnt lediglich eher ungewöhnlich anmutende aber natürliche Materialien zusätzlich zu den bisher bekannten zu verwenden.
Beispiele hierfür sind Moose, getrocknete Rinde, plastinierte Scheiben oder Stücke von Obst und sonderbar aussehende Blütenstände von bereits verblühten Blumen.

Auch Dinge, die man eher bei den Baustoffen anordnen würde, finden Verwendung bei der Tischdeko zur Hochzeit. Sand, Marmorkiesel, Schieferplatten aber auch Metallstücke unbehandelte Holzstücke sind immer gerne verwendete Elemente.
Außerdem finden wieder glänzende Stoffe und mehrarmige Kerzenhalter aus Metall wieder ihren Platz auf dem Tisch.

Es bleibt spannend abzuwarten, was künftige Jahrzehnte an Stilblüten bringen werden.